Werfen Sie einen Blick in die Chronik der Schützengilde Ulm und verfolgen Sie die lange Geschichte der Schützengilde ab der ersten urkundlichen Erwähnung von Schützen in Ulm im Jahr 1383.
 
 

625 Jahre Schützengilde Ulm

 

1140

Die hölzerne Brücke vor dem Armbruster-Tor wird weiter flussaufwärts verlegt.

1292

Erstmals urkundlich genannt: "Ulrikus diktus Strölin – Capitaneus".

1297

Entsteht der Titel eines Bürgermeisters. Zunächst als militärisch beauftragter Stadthauptmann.

1335

In Ulm werden "Feuerrohre" (Pulverbüchsen) eingeführt und den Ulmer Schützen ein Schützenbrief ausgestellt.

1345

Jeder Ulmer Neubürger muss einen Harnisch besitzen und eine Armbrust stellen.

1377

Die Grundsteinlegung des Ulmer Münsters am 30. Juni.

1383

Erste urkundliche Erwähnung von Schützen in Ulm: "6 Schützen auf Laurentii und 9 Schützen auf dem Künzenberg". Diese Urkunde gilt als Vorlage für die Gründung der Schützengilde.

1407

Es werden Schießstände für 2 Schützengesellschaften errichtet.

1463

Schützen der "Sebastiansgilde" erbauen eine eigene Kapelle am Michelsberg.

Wilhelm von Rechberg lädt die Ulmer zu einem Freischießen ein

1478

Johann Zainer, erster Ulmer Buchdrucker,  druckt den ersten Schützenbrief:

1493

In Ulm findet ein Schießen statt. Unter anderen wird auch Reutlingen eingeladen. Preise: 1 Feuerrohr, Gürtel, Becher und Schnallen.

1512

Barbara Neubronner stiftet den Armbrustschützen 23 Florin.

1516

Ulmer Schützen siegen bei einem Schießen in Esslingen.

1522

Ulmer Schützen werden nach Nürnberg eingeladen.

1523

Einladung der Stadt Heidelberg zu einem Freischießen.

1535

Es findet ein Ulmer Hauptschießen statt.

1544

Den Ulmer Armbrustschützen wird erlaubt, fremde und einheimische Schützen zu bewirten.

1546

Die Armbrustschützen erhalten eine neuen Schießordnung.

1551

Der Stadtschreiber vergibt ein Gebot an die Büchsenmeister der Büchsenschützen.

1552

Das "Untere Schützenhaus" der Armbrustschützen südlich der kleinen Donau wird erwähnt. Beide Schützenhäuser werden infolge des Markgrafenkrieges zerstört, abgebrannt und nach dessen Ende wieder aufgebaut.

1555

Der Rat der Stadt Ulm berät, wie es mit dem Zechen der Armbrustschützen nach ihrem Fest gehalten werden soll.

1556

Großes Frei- und Herrenschießen in Ulm. Oberschützenmeister Christoph Krafft verkündet die Teilnahme von 308 Schützen. Lienhart Flexel beschreibt den Verlauf des Festes zum Teil in Versen. Die Stadt Reutlingen lädt zum Schießen mit Büchsen ein.

1559

Das Weinschenken bei den "Zielern" (Hausmeister) wird abgeschaftt.

1560

Die Ulmer Schützen beteiligen sich an einem großen Schießen in Stuttgart.

Bei Schießen in Nürnberg, Regensburg, Passau, Reutlingen, Nördlingen und Landshut sind die Ulmer Schützen jeweils mit 7 Mann vertreten.

1564

Die Beherbergung von Fremden im Schützenhaus wird wegen Seuchengefahr untersagt.

1575

234 Ulmer Schützen besitzen ein eigenes Gewehr.

1581

Den Ulmer Schützen wird bei ihrem Schwarz- und Weiß-Schießen das Kochen und Schlachten "vergönnt".

1586

Ulmer Schützen nehmen an einen Stahlschießen in Nürnberg teil.

1615

Den Ulmer Schützen wird der Ausschank von Wein zum Essen mit Brot und Käse erlaubt.

1619

Die Armbrustschützen bitten in ihrem Schützenhaus Wirtschaft halten zu dürfen.

1636

Das untere Stachel- oder Armbrustschützenhaus wird abgebrochen.

1649

Freischießen im Oberen Schützenhaus mit Pirschbüchsen.

1659

Schützenordnung für "Pürsch-Rohrschützen".

1668

Den Schützen wird das Backen und Kochen erlaubt.

1679

Vom Oberen Schützenhaus ausgehend findet eine Lustschlittenfahrt des Herzogs von Lothringen mit seiner Gemahlin Eleonora von Polen, samt Gefolge, statt.

1683

Der Schwäbische Kreis muss 4000 Mann gegen den Einfall der Türken aufbieten. Auf Ulm entfallen 400 Mann und 84 Reiter.

1702

Während der Bayerischen Besetzung werden beiden Schießhäuser durch die Franzosen total verwüstet.

1712

Das Obere Schützenhaus wird für die bürgerliche Schützenkompanie mit großen Kosten neu errichtet.

1756

Johann Eitel Habfast schreibt ein Preisschießen aus.

1790

Die Feuerwerker der bürgerlichen Artillerie ziehen mit türkischer Musik zu den Schützen.

1801

Es finden 2 Freischießen, jeweils 2 Tage lang, statt. Eines mit Pirschrohr aus freier Hand auf 120 Schritt, eines mit Standrohr von der Gabel.

1804

Schlacht von Elchingen. Ein großer Sieg der Franzosen unter Maréchal Ney.

1806

Das Herzogtum Württemberg und das Kurfürstentum Bayern werden Königreiche von Napoleons I. Gnaden. Im Frieden von Pressburg wird die Stadt Ulm Bayern zugeschlagen. Zwischen den Ulmer Schützen und französischen Soldaten kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen.

1810

Die Donau wird zur Staatsgrenze zwischen Bayern und Württemberg. Ulm verliert einen großen Teil seines natürlichen Hinterlandes. Das Bürgermilitär wird aufgelöst.

1829

König Wilhelm I. von Württemberg gründet ein bürgerliches Scharfschützencorps und eine Ehrengarde zu Pferde.

1836

Im Schützenhaus in der Friedrichsau finden wöchentlich, am Sonntag, Schießübungen statt.

1842

Baubeginn der Bundesfestung Ulm unter der Leitung des Ingenieur-Majors Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron. In der Kienlesberg-Bastion wird rund 80 Jahre später die Schützengilde Ulm ihr Schützenhaus errichten.

1861

Bis 1865 Bau einer neuen Schießstätte in der Friedrichsau, die bis 1896 genutzt wird.

1862

Ulmer Schützen sind siegreich am Frankfurter Schützenfest beteiligt.

1865

Vom 17. September bis 19. September nehmen 400 auswärtige Schützen am Eröffnungsschießen teil.

1866

Großes Schwäbisches Bundesschießen in Ulm.

1868

18 Schützen aus Ulm reisen zum großen Wiener Schützenfest.

1874

Graf Neidhart von Gneisenau wird Schirmherr Württemberg-Bayerischen Schützen-festes.

1881

Oberschwäbisches Schützenfest

1886

Ulmer Schützen richten das 11. Württembergisches Landesschießen aus.

1887

Festschießen des Oberschwäbischen Schützenbundes in Ulm

1892

Ein weiteres Oberschwäbisches Schützenfest.

1896

Gildeschießen unter Oberschützenmeister Mehrrat in der Friedrichsau.

1902

Ehrenoberschützenmeister Hiller, Oberschützenmeister Mehrrat und 1. Schützen-meister bilden den Vorstand.

1904

Eröffnung der neuen Schießstätte im "Weierbacher Tal".

1907

Württembergisches Landesschießen in Ulm.

1924

Das neue Schützenhaus "Beim Alten Fritz", einem Teil der Kienlesberg-Bastion, wird an seinem heutigen Standort eröffnet.
29. Württembergisches Landesschießen in Ulm.

1928

Oberschwäbisches Bundesschießen in Ulm

1929

Erstes öffentliches Sportschießen.

1933

36. Württembergisches Landesschießen in Ulm.

1944

Das Schützenhaus "Beim Alten Fritz" brennt nach Bombeangriffen total ab. Die Traditionsfahne und andere unersetzliche Archivalien werden vernichtet.

1952

Wiedergründung  der Schützengilde Ulm im "Hotel zur Frauensteige" des Mitglieds Eberwein..

1954

Die Schützengilde Ulm gibt sich eine Vereinssatzung und wird künftig im Vereinsregister unter "e.V." geführt.

1955

Über 4 Jahre sind die KK-Schützen Gäste der Jäger auf der Anlage "Im Türmle". Mit Luftgewehren wird in der Kantine der Sportwaffenfabrik C. Walther trainiert.

1958

Beginn des Wiederaufbaus des Schützenhauses beim "Beim Alten Fritz".

1962

575 Jahre Schützengilde Ulm.
Eröffnung des wiederaufgebauten Schützenhauses mit einem großen Preisschießen. 330 Teilnehmer schießen in den Disziplinen Luftgewehr, Sportpistole, olympische Schnellfeuerpistole, 50 und 100m KK-Gewehr.

1980

Weihe der neuen Fahne der Schützengilde Ulm.

1983

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum 600 Jahre Schützengilde Ulm finden vom 12. Mai bis 15. Mai verbunden mit dem 52. Landesschießen und dem 4. Bundestreffen der ältesten Schützenvereine und Gilden statt.

1987

Im Verlauf von 6 Jahrzehnten ist die Wohnbebauung immer näher an das Schützenhaus herangerückt. Das bisher freundlich-friedliche Miteinander wird durch einige, unduldsame, vermutlich ideologisch beeinflusste Nachbarn gestört. Die Schützengilde Ulm ist gezwungen, sehr viel Geld und Eigenarbeit in zusätzlichen Schallschutz zu investieren.

2000

99. Deutscher Schützentag in Ulm. Mit mehr als 13.500 Teilnehmern bisher größter Schützenumzug in Deutschland.

 

 

2008

Ulms ältester Verein, die Schützengilde Ulm e.V. gegr. 1383, feiert ihr 625-jähriges Jubiläum.
Vorläufiges Ende der über 10 Jahre währenden Aus- und Umbauarbeiten.